16/May/2018
Besuch Nr. 27 in Nidau, Schulgasse 27



MITWIRKENDE:

Barbara Erni, Alt
René Perler, Bassbariton
Edward Rushton, Klavier



PROGRAMM:

Johannes Brahms (1833-1897):
Meine Liebe ist grün  op. 63 Nr. 5 (Felix Schumann)
Geheimnis  op. 71 Nr. 3 (Karl August Candidus)
Serenate  op. 70 Nr. 3 (Johann Wolfgang von Goethe)

Sapphische Ode op. 94 Nr. 4 (Hans Schmidt)
Wir wandelten op. 96 Nr. 2 (Daumer)
Dein blaues Auge op. 59 Nr. 8 (Klaus Groth)
Auf dem Kirchhofe op. 105 Nr. 4 (Detlev von Liliencron)

Wie Melodien zieht es mir  op. 105 Nr. 1 (Klaus Groth)
Immer leiser wird mein Schlummer  op. 105 Nr. 2 (Hermann Lingg)
An eine Äolsharfe  op. 19 Nr. 5 (Eduard Mörike)
Feldeinsamkeit  op. 86 Nr. 2 (Hermann Allmers)

Hermann Levi (1839-1900):
Sechs Lieder op. 2
- Der Mond ist aufgegangen (Heinrich Heine)    
- Verratene Liebe (Adalbert von Chamisso)
- Auf dem Rhein (Karl Immermann)
- Die Glocken läuten das Ostern ein (Adolf Böttger)
- Allnächtlich im Traum (Heinrich Heine)
- Der letzte Gruss (Joseph von Eichendorff)
                                    
Johannes Brahms:
Vier Duette op. 28
- Die Nonne und der Ritter (Joseph von Eichendorff)
- Vor der Tür (altdeutsch)
- Es rauschet das Wasser (Johann Wolfgang von Goethe)
- Der Jäger und sein Liebchen (Hoffmann von Fallersleben)e 27

KONZERTBERICHT:

Kein vergebenes Ständchen

Viele Melodien zogen durch Lis’ und Daniels Salon im stattlichen, jahrhundertealten Haus im wunderschönen Städtli Nidau bei Biel/Bienne an diesem regenverhangenen Mai-Abend. Das Programm war fast ganz Johannes Brahms gewidmet. Von ihm erklangen elf Lieder und vier Duette. In der Mitte des Programms waren die sechs Lieder op. 2 von Hermann Levi zu hören, der mit Brahms befreundet war, bevor ihn der Wagner-Virus voll ergriff (er wurde in der Folge zum Uraufführungs-Dirigent des Parsifals in Bayreuth).
Edward liess den gediegenen Steinway zu voller Blüte erklingen. Auf diesem Teppich konnten Barbaras samtener Alt und Renés Bassbariton nach Herzenslust strömen.
Die äusserst aufmerksame Zuhörerschaft (auch die ganz junge unter 10 Jahren!) liess sich von den Melodien und von Edwards anregenden Ausführungen mitnehmen auf eine Liederreise, die nicht ausschliesslich um Liebe und Tod kreiste, sondern auch philosophische Fragen um die Kunst und ihr Vermögen aufwarf. Der Raum füllte sich mit dem Duft des wunderschönen Pfingstrosenbouquets auf dem Kaminsims, aber auch mit dem Duft, der im Reim verborgen liegt, und den das Wort doch auf eine Weise zu fassen vermag.
Bei einem feinen Glas Prosecco oder Amarone, erlesenen Häppchen und guten Gesprächen ging der schöne und anregende Abend zu Ende.
Merci, Lis und Daniel!

RP, Mai 2018